Stadtgespräche

Lauter die Kassen nie klingeln

Einzelhandel und Gastronomie profitieren von Weihnachtsmärkten

Der Duft von gebrannten Mandeln und Glühwein hängt in der Luft, jeden Tag wird mit Spannung ein Türchen des Adventskalenders geöffnet, in den Schaufenstern funkeln die Lichter und Dekorationen. Und es ist voll. Überall. Vor allem in den Innenstädten und Fußgängerzonen, denn es ist Weihnachtsmarktzeit. Ihr Besuch ist oftmals nicht nur jährliches Ritual mit Familie, Freunden und Arbeitskollegen, sie sind vor allem auch eins: ein Wirtschaftsfaktor.

Deutschlandweit gibt es 2.500 bis 3.000 Weihnachtsmärkte, von einer Hütte auf dem Dorfplatz bis hin zu XXL-Ausgaben mit komplettem Unterhaltungsprogramm. Diese verschiedenen Formate haben gemeinsam geschätzt rund 160 Millionen Besucher. Während in kleinen Ortschaften die Standplätze auch schon mal kostenfrei vergeben werden, zahlen die Aussteller in Großstädten mehrere Tausende Euro Standgebühr.

 


Kunsthandwerk, Kerzen und Klimbim
Für eine Gruppe von Weihnachtsmarktbeschickern lohnt sich die Investition besonders; für die Glühwein-Verkäufer. Das heiße, süße Getränk lässt nicht nur die Kassen der Ausschenkenden klingen, er sorgt auch für gute Stimmung bei den Besuchern und er ermöglicht teilweise auch die Teilnahme der kleineren Stände mit Kunsthandwerk, Kerzen sowie Klimbim. Mancherorts subventionieren die gutgehenden Buden mit Punsch und Co. oder auch jene mit Bratwurst und Reibekuchen im Angebot die Aussteller mit Krippenfiguren und Christbaumschmuck.

Der Einzelhandel einer Stadt profitiert ebenfalls von der Anziehungskraft der Weihnachtsmärkte, Glühweinstände und rituellen Romantik: In den umliegenden Geschäften besorgen die Besucher häufig auch gleich noch Geschenke und Souvenirs. Während der Vorweihnachtszeit macht der Handel rund ein Fünftel und mehr des Jahresumsatzes.

 

 

Einzelhandel und Gastronomie profitieren von Anziehungskraft
Städte und Kommunen unterstützen daher das Weihnachtsgeschäft und investieren in Werbung sowie Attraktionen. Der weltgrößte Weihnachtsbaum, 45 Meter, steht zum Beispiel seit 1996 jährlich in Dortmund.

Während der Weihnachtsmarktzeit steigt neben der Zahl der Übernachtungsgäste auch die der Tagestouristen in einer Stadt – viele Märkte haben überregionale Strahlkraft. Von beiden Besuchergruppen profierten wiederum die örtlichen Gastronomen.

 

 

Lüneburg ist ausgebucht
Der Weihnachtsmarkt in Lüneburg ist er ein echter Touristenmagnet. Einzelhandel und Gastronomie können sich freuen. Die Landeszeitung Lüneburg (LZ) hat in der vergangenen Adventszeit ein paar Fakten gesammelt:

  • 21 Hotels gibt es in der Stadt. An den Wochenenden vor Weihnachten waren alle ausgebucht.
  • 65 Aussteller hatte der Weihnachtsmarkt im vergangenen Jahr, die meisten aus dem Landkreis Lüneburg. Einige der Kunsthandwerker reisen jedoch extra aus Süddeutschland an.
  • 100.000 und mehr Menschen kommen in der Vorweihnachtszeit in die Hansestadt. Spontan einen Tisch in einem Lokal zu bekommen ist ab 19 Uhr fast unmöglich.
  • 5 Euro kostet im Durschnitt ein Glühwein mit Schuss, 3 Euro ohne zusätzliche Spirituose. Bei Außentemperaturen von 4 bis 0 Grad läuft das Geschäft besonders gut. Schnee erschwert die Anreise und ist daher bei de Ausstellern gar nicht so beliebt.

Laut LZ hat die Stadt 2016 allein durch die Standgebühren 71.000 Euro eingenommen. Diese Höhe richtet sich nach der Laufzeit des Marktes. Der umsatzstärkste Tag in der Adventszeit sei laut Lüneburger City Management immer der Samstag vor dem zweiten Advent.

 

 

Attraktionen und Qualität im Fokus
Eislaufflächen, Rodelbahnen, überdimensionale Adventskalender, Walking Acts: die Organisatoren der Weihnachtsmärkte lassen sich stetige weitere Attraktionen einfallen, um die Besucher weiterhin anzulocken. Auch die Qualität der angebotenen Waren steigt vielerorts seit Jahren. Auf süffigen Glühwein allein möchte man sich also nicht verlassen. Das Konzept Weihnachtsmarkt ist übrigens ein Exportschlager: In den USA, Japan, Großbritannien und Italien werden unter anderem Märkte nach deutschem Vorbild organisiert.

 

 

 

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