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65 Jahre Fußgängerzone: Zukunftsfähigkeit statt Rente?

Assetklasse Einzelhandelsimmobilien

Nicht nur der Handel in den Städten hat über die vergangenen Jahrzehnte zugenommen, auch der Handel mit den Immobilien hat sich verstärkt: Einzelhandelsimmobilien sind in den vergangenen drei Jahrzehnten zu einer eigenen Anlagemöglichkeit geworden. Aktuell steht eine große Nachfrage einem geringen Angebot gegenüber, begründet sei dies unter anderem mit der Niedrigzinsphase, sagt Thomas Weking, Geschäftsführer bei LÜHRMANN Osnabrück und Ansprechpartner für Investments.

In Kassel kaufen institutionelle Anleger

„Die Kaufpreisfaktoren haben sich in Kassel in den vergangenen Jahren ganz typisch entwickelt“, fasst er zusammen. Die Nachfrage gehe vor allem von nationalen institutionellen Anlegern aus. Besonders sei die 1A-Lage zwischen dem C&A sowie dem Königsplatz gefragt.

Kassel, Treppenstraße

Zukunftsfähigkeit statt Rente

65 Jahre nach ihrer Entstehung scheint die Fußgängerzone mancherorts in Rente geschickt zu werden: viele Leerstände, sinkende Mieten und wenig Frequenz sind auf der einen Seite zu verbuchen. Betreibt man Ursachenforschung werden schnell Stimmen laut, die dem E-Commerce die Schuld geben, oder auch der demografischen Entwicklung. Auf der anderen Seiten gibt es Innenstädte und Fußgängerzonen die geradezu aufblühen: „Städte mit einem charmanten und individuellen Profil bieten eine hohe Aufenthaltsqualität und haben gute Zukunftsperspektiven“, weiß Grüß zu berichten. So nennt er als Beispiel das touristisch geprägte Flensburg. Im Schnitt sind dort die Spitzenmieten seit 2016 um acht Prozent gestiegen.

Andreas Grüß

Andreas Grüß

Ein Pendant im Süden der Republik: Auch Konstanz entwickelt sich sehr positiv für den Einzelhandel. Die Mieten wären dort um durchschnittlich zehn Prozent angehoben worden. Der achtprozentige Anstieg gilt auch für das bei Touristen ebenfalls sehr beliebte Heidelberg. Münster mischt auch mit und verzeichnete höhere Spitzenmieten. Ein Zufall, dass touristische Städte profieren? Wohl kaum: „Städte müssen an sich arbeiten, um sichtbar und unverwechselbar zu bleiben“, sagt Grüß. Das beträfe sowohl den Lebens- und Freizeitwert als auch die Attraktivität für Einzelhändler – und somit auch für die Kunden.

 

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